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Mit oder ohne Strom? Sind E-Bikes die besseren Fahrräder?

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Foto: Elektroautor.com

Wenn auch die Elektromobilität im Allgemeinen nach wie vor etwas schleppend vorankommt, ein Sektor boomt seit Jahren enorm – das E-Bike. Waren es anfangs eher die gemütlichen City-Bikes, gibt es mittlerweile keinen Sektor mehr, welcher nicht mit Elektromotoren für den nötigen Rückenwind sorgt.

Vorurteile: Unsportlich und gefährlich

Mit „E-Bikes“ sind heutzutage eigentlich „Pedelecs“ gemeint. Das sind Fahrräder, bei denen der Elektromotor nur dann aktiviert wird, wenn man auch tritt. E-Bikes konnte man anfangs sogar über einen Drehgriff auch rein elektrisch ohne zu Treten betreiben. Diese Art von Elektrofahrrädern ist jedoch nicht sehr verbreitet, weswegen der Begriff „E-Bike“ im Laufe der Zeit zum Synonym für alle elektrischen Fahrräder wurde.

Anfangs hatten E-Bikes mit dem Image zu kämpfen, dass sie nur etwas für Senioren oder bequeme Fahrradfahrer sind. Es waren eigentlich auch die gemütlicheren Touren-Bikes, bei denen sich der elektrische Hilfsantrieb am Anfang etablierte. Diesem Ruf werden sie heute nicht mehr gerecht, da es für jeden Einsatzbereich E-Bikes gibt, vom E-Bike für Kids bis hin zu radikalen Downhill-Bikes mit extremen Federwegen.

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Foto: Bergamont

Ein weiteres Vorurteil wird auch gerne verbreitet: E-Bikes seien viel gefährlicher als normaler Fahrräder, deswegen passieren auch so viele Unfälle. Gängige E-Bikes unterstützen den Fahrer bis 25 km/h mit e-mobiler Schubkraft. Dann ist reines Muskeltreten angesagt. In der Ebene und auf Radwegen sind aber auch „normale“ Fahrradfahrer mit solchen Geschwindigkeiten am Weg. Bedenkt man, dass beispielsweise in Deutschland 2,8 Millionen E-Biker am Weg sind, mehr als doppelt so viel wie 2012, liegt es auf der Hand: Mehr E-Biker als je zuvor verursachen auch mehr Unfälle.

Neben den normalen E-Bikes gibt es auch die S-Pedelecs, die bis 45 km/h Motorunterstützung haben. Bei diesen ist vor allem in Städten sicher besondere Vorsicht geboten, da die Geschwindigkeit unterschätzt werden kann. S-Pedelecs benötigen aber wie ein Moped Typenschein, Kennzeichen, haben Versicherungs- und Helmpflicht und man darf nicht mehr auf Radwegen fahren. Vermutlich aus diesen Gründen sind diese auch eher wenig verbreitet.

Die vielen Vorteile der E-Bikes

Gegenüber mit rein Muskelkraft betriebenen Fahrrädern sind E-Bikes in vielerlei Hinsicht sogar weitaus gesünder:

Durch die Elektromotor-Unterstützung befindet sich der Radfahrer in einem optimalen Bereich, was Puls und Herz-Kreislauf-System angeht. Viele Radfahrer gehen aus falschem Stolz über ihre Grenzen und schaden dadurch ihrer Gesundheit. Durch die verschieden starken Unterstützungs-Levels (meist vier Stufen), die vom Lenker bequem zum Auswählen sind, kann jeder den Trainingseffekt an seine Bedürfnisse anpassen. Viele Sportler fahren sogar bewusst mit dem E-Bike, um Kondition vor allem im aeroben Bereich aufzubauen, um die Fettverbrennung anzukurbeln und die Leistungsgrenze zu erhöhen.

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Foto: Bergamont

Ein weiterer Gesundheitsaspekt sind die Gelenke. Durch den Hilfsantrieb ist die Belastung vor allem auf die Knie weitaus geringer. Das kommt Fahrern mit Gelenkproblemen oder nach Verletzungen zu Gute.

Große Reichweiten erweiterten den Tourenradius enorm

Mit den heutigen Motoren und Akkus (500 Wh) sind im Eco-Modus Touren  bis zu 200 Kilometer und mehr möglich – je nach Fahrrad, Fahrergewicht, Gelände und Außentemperaturen. So werden Ziele auf gesunde Art und Weise erreicht, die man früher nicht für möglich gehalten hätte.

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Foto: Bergamont

Bei E-Mountain-Bikes sind mehr die Höhenmeter das entscheidende Kriterium. Abhängig von der Unterstützungsstufe sind heute locker 1.000 bis 1.500 Höhenmeter drinnen, was viele Berge bezwingbar macht, wo man sonst an sein Limit gelangen würde. Im Endeffekt hat man so viel mehr Erfolgserlebnisse, da keine Tour mehr zur Tortur wird. Außerdem macht es einfach viel mehr Spaß, da man mit gleichem Kraftaufwand im Prinzip flotter und länger unterwegs ist.

E-Bikes eröffnen völlig neue Welten

Das Fahren mit einem E-Bike, besonders mit einem E-MTB eröffnet einem Möglichkeiten, die man mit einem herkömmlichen „Bergrad“ so nie erleben könnte. Mit einem Mountainbike kann man bergab extrem viel fahren, jedoch aufwärts gelangt man schnell ans Limit. Loser Untergrund, zu geringe Traktion und heftig steile Anstiege setzen einem physikalische Grenzen. Der Elektromotor hingegen gibt einem bei Steinen, Wurzeln und Stufen den nötigen Schups, wo man sonst längst schieben müsste. Je nach Schwierigkeitsgrad und Kondition wählt man die passende Fahrstufe. So kommt man zu ganz neuen Erfolgserlebnissen.

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Foto: Bergamont

Gemeinsam E-Biken statt einsam Biken

E-Biken kann sogar Beziehungs-fördernd sein. Radfahrer, die aufgrund unterschiedlicher Fitnesslevel nicht gemeinsam fahren können, bekommen durch E-Mountainbikes die Möglichkeit, gleich schnell zu fahren. Das Bild – der Mann fährt vornweg und die Frau keucht hinten nach, gehört somit der Vergangenheit an. Der mit der besseren Kondition wählt den ECO-Modus mit geringer Unterstützung – der andere bleibt gleichauf dank dem TURBO-Modus. So macht es beiden Spaß.

Beitrag zum Umweltschutz

Bei den E-Bikes gibt es auch eine neue Zielgruppe: Leute, die sonst mit dem Auto in die Arbeit fahren würden. 60 Prozent der Autofahrten sind kürzer als sechs Kilometer und weil man nicht verschwitzt in die Arbeit kommen möchte, lassen viele deswegen das Rad stehen. Mit dem E-Bike kommt man in der Stadt viel schneller voran als mit dem Auto, es ist umweltfreundlich und braucht kaum Platz und das Hemd wird dank eingebautem Rückenwind auch nicht durchgeschwitzt.

Was für Arten von E-Bikes gibt es?

Das Angebot an E-Bikes ist heute gigantisch. Für fast jeden erdenklichen Einsatzzweck gibt es das geeignete Modell. Das fängt bereits bei E-Bikes für Kinder an – gerade Kinder-Mountainbikes sind meist unverhältnismäßig schwer und haben oft noch weniger Gänge als Erwachsenen-Fahrräder. 

Bei den E-Mountainbikes gibt es sowohl Hardtails (Federung nur vorne) als auch vollgefederte Modelle (Fullys). So wie bei den normalen Mountainbikes werden auch die verschiedenen Fahrstile bedient, wie Tour, All Mountain, Enduro und Downhill/Freeride mit Federwegen bis zu 20 Zentimetern. Vorteil bei stark abfahrtsorientierten E-Bikes: Der Aufstieg ist lässig zu bewältigen, während andere bei solch schweren Rädern und extremen Sitzpositionen oft mit der Seilbahn fahren.

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Voll gefedertes All Mountain-E-Bike von Haibike Foto: Elektroautor.com

Die Fatbikes sind mit ihren voluminösen Reifen mit Breiten bis zu 4,8 Zoll der Trend der letzten Jahre – auch diese gibt es von verschiedenen Herstellern als Elektroversion.

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Foto: Elektroautor.com

Und natürlich sind da noch die Trekking und City-Bikes, die von fast allen Fahrradherstellern als E-Bike-Variante angeboten werden. Interessant ist, dass es keine deutliche Trennung mehr in Damen- und Herrenmodelle gibt. Sogenannte Tiefeinsteiger werden mittlerweile auch von älteren Herren genauso gerne gefahren wie von Damen.

Beim Antrieb ist die goldene Mitte die beste Wahl

Es gibt die unterschiedlichsten Antriebe für E-Bikes. Manche Firmen setzen auch noch heute auf ein angetriebenes Vorderrad (Radnabenantrieb), was vom Schwerpunkt, der Traktion und der Sicherheit jedoch erhebliche Nachteile hat.

Eine weitere Möglichkeit ist, das Hinterrad mit einem Radnabenmotor anzutreiben. Ein Vorteil, den alle Elektroautos haben, ist das Rekuperieren, d.h. es wird beim Bergabfahren wieder Energie zurück in den Akku gespeist. Dies ist auch mit diesem Antrieb möglich, des weiteren werden die Bremsbeläge geschont. Marktführer ist hier BionX, der auch Nachrüstsätze für bestehende Bikes anbietet.

Letztlich hat sich allerdings der Mittelmotor am Bike-Markt am meisten durchgesetzt. Vor allem ist dies der Firma Bosch zu verdanken, die diesen Antrieb in den letzten Jahren so richtig ins Rollen gebracht haben.

Der Wirkungsgrad und der Schwerpunkt bei Mittelmotoren ist unschlagbar, sie haben einen enormen Drehmoment und benötigen vor allem bei höheren Geschwindigkeiten weniger Strom als Front- oder Hinterradmotoren. Außerdem hat man keine Probleme mit den Naben und bei Reifenpannen sind keine Kabel im Weg.

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Das Bergamont Trailster 7.0 mit 150 mm Federweg und Bosch Mittelmotor im Biker-Paradies Gardasee. Foto: Elektroautor.com

Neben dem Marktführer Bosch, haben Yamaha, Brose, Impulse und Shimano ebenfalls sehr gute Mittelmotoren und ausdauernde Akkus im Programm. Manche Hersteller wie Haibike aus Deutschland – der E-Bike-Marktführer schlechthin – bieten ihre Bikes auch in zwei Ausführungen an. Entweder mit Bosch-Antrieb oder mit Yamaha, der sogar die Möglichkeit bietet vorne zwei Kettenblätter zu montieren und so mehr Gänge zur Auswahl zu haben.

FAZIT:

Das Schöne bei E-Bikes: Man hat es selbst in der Hand – Fahren in der Komfortzone oder kontinuierlich Kondition aufbauen, ohne dabei die eigene Leistungsgrenze zu überschreiten und seine Gesundheit zu schonen. Und so ganz nebenbei, das Fahren macht einfach irre Spaß!

Quelle: Zimmerstunde.at / Autor: Volker Adamietz

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